Skandinavien im Winter

Vasa: Blick in die Vergangenheit

Unsere Silvesterfreunde verabschiedeten sich in ihre Ecken der Welt, wir dagegen blieben noch zwei Tage in Stockholm und ließen uns viel Zeit, mehr von der Stadt zu entdecken. 

Zu unseren Highlights gehörte ganz sicher der Besuch des Vasa-Museums. Ein tragisches maritimes Drama beschert den heutigen Besuchern Einblicke in eine längst vergangene Zeit. 1628 sank das schwedische Kriegsschiff Vasa kurz nach dem Stapellauf im Hafenbecken von Stockholm. Jahrhundertelang konnten die Menschen es nicht bergen, also blieb es mit all seinen Geheimnissen unter Wasser. In den 1960-er Jahren gelang es endlich, die Vasa zu heben, und dann baute man rund um das erstaunlich gut erhaltene Schiff ein Museum.

Altes Schiff voller Schicksal und Geschichten

Fantastisch! Das war mein erster Gedanke, als ich das riesige Schiff in der mehrstöckigen Ausstellungshalle sah. Die Größe und Präsenz dieses Bootes waren schier überwältigend. Auch die Kinder standen erstmal in der Museumshalle und staunten.

Per Handy-App erfuhren wir viel darüber, wie mächtig Schweden im 17. Jahrhundert war, wie die Menschen lebten und warum die Vasa gesunken ist. Vermutlich lag es daran, dass die Vasa falsch und zu schwer beladen war und noch die Erfahrung fehlte, so ein enormes Boot zu steuern.

Beeindruckend fanden wir, dass es heute möglich ist, den Toten der Vasa ihr Gesicht zurückzugeben und sie in Lebensgröße neben ihr Schicksalsschiff zu stellen. 

Die Kinder hörten den Erklärungen im Handy interessiert zu, umrundeten das Boot, erkundeten das nachgebaute, niedrige Schiffsdeck und wirkten ebenso fasziniert wie wir Großen. Es gab mehr zu sehen, als wir bewältigen konnten. Interessant waren vor allem die Gegenstände, zu denen die Kinder einen direkten Bezug hatten – etwa Schüsseln und Löffel der Besatzung, die in der Vasa gefunden worden waren. Vom Kapitän bis zum Matrosen, vom Schiffskoch bis zum Lagerarbeiter hatte damals jeder sein eigenes Essgeschirr dabei, die reichen Leute aus feinem Material, die Mannschaft aus schlichtem Holz und Ton.

Besonderen Spaß machte ihnen die Ecke, in der sie selbst den – virtuellen – Anker der Vasa lichten und das alte Kriegsschiff (genauso virtuell) nach der Himmelsrichtung ausrichten konnten.

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