Sommer im Norden

Reise in die Wikingerzeit

Zwei gewaltige Hügelgräber ragen aus der flachen dänischen Landschaft heraus. Dazwischen steht eine kleine, weiß getünchte, fast tausend Jahre alte Kirche. Rundherum erstreckt sich ein gewaltiger Palisadenzaun aus Hunderten von Eichenstämmen – mitten in Jütland errichtete der Wikingerkönig Harald Blauzahn im zehnten Jahrhundert damit das größte Bauwerk der Wikingerzeit. Wir stehen an der berühmtesten archäologischen Ausgrabungsstätte Dänemarks, die heute zum Weltkulturerbe gehört.

Völlig klar, dass hier ein Museum gebaut wurde. Im Erlebniszentrum Kongernes Jelling tauchen wir tief in diese raue Epoche der dänischen Geschichte ein. Eine faszinierende Ausstellung zeigt uns, wie kulturell hoch entwickelt die Wikinger waren, wie weltumspannend ihre Handelsrouten, wie hart der Alltag.

Eine beeindruckende Museumserfahrung für fast alle von uns – allerdings nicht unbedingt für unseren Achtjährigen, der keine Geduld hat, sich die englischen Info-Texte übersetzen zu lassen.

Vor der gedrungenen Dorfkirche stehen zwei Runensteine aus der Wikingerzeit. Sie gelten als bedeutendste Geschichtssteine des Landes. Mich beschleicht ein Gefühl der Ehrfurcht, als ich davor stehe und denke, dass hier ein Steinmetz vor tausend Jahren seine ganze Kunst hineingelegt hat.

Übrigens: Auf Harald Blauzahn geht unser heutiges Bluetooth zurück – als Hommage an seine Fähigkeit, viele Fürstentümer unter seiner Führung zu vereinen.

Kuchen im Kro

Im Garten vor dem Jelling Kro (dänisch für Gasthaus) sitzen wir in der Sonne, essen selbst gebackenen Kuchen und lassen es uns gutgehen. Der Wirt erzählt uns, dass manchmal Reiter mit ihren Pferden zu ihm in die Gaststube kommen, um ein Getränk zu ordern. »Those crazy wikings – diese verrückten Wikinger!«, sagt er und lächelt fröhlich.

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