Sommer im Norden

Lieblingsinsel Baltrum

Erst war Baltrum die perfekte Insel, um mit kleinen Kindern Urlaub zu machen: Es gibt dort keine Autos, was für junge Eltern enorm erleichternd ist. Heute lieben wir Baltrum immer noch – und das hat viele Gründe …

Etwa die Fährfahrt zur Insel…

Nur ein bis zwei Mal am Tag fährt eine Fähre vom Festlandhafen Neßmersiel nach Baltrum. Wer die verpasst, hat Pech. Denn bei Ebbe bleiben die Boote im Hafen. Wer es aber auf die Fähre schafft, für den beginnt die Erholung genau dort. Die Nase tankt Seeluft, die Ohren hören Möwengekreisch und der Blick geht raus aufs Meer. Links taucht irgendwann die Nachbarinsel Norderney auf. Auf deren Ostspitze aalen sich … jede Menge Robben! Und dann ist es so weit: Nach einer halben Stunde erreichen wir Baltrums Hafen. Klein, ohne jeden Schnickschnack und vollgestellt mit Lastenkarren.

Aber auch die Langsamkeit…

Die Lastenkarren brauchen wir, um unsere Koffer zur Ferienwohnung im Ostdorf zu ziehen. Während der kommenden Tage legen wir noch viele Kilometer zu Fuß in frischer Seeluft zurück und finden das total erholsam. (Die Kinder sind nicht ganz so begeistert und froh, dass sie ihre Roller dabei haben.) Auch sonst scheint Stress auf Baltrum ein Fremdwort zu sein. Herrlich.

Und diese Inselumrundungen…

Als die Kinder kleiner waren, haben wir einen Bollerwagen mit Picknick vollgepackt, die Kinder in den Wagen gesteckt und sind losgelaufen. Mittlerweile reicht ein Rucksack und alle laufen selber. Am Campingplatz vorbei gehen wir durch die Salzwiesen zur Ostseite der Insel. Durch zwei Dünen treten wir auf den breiten, herrlich weißen Sandstrand – ein toller Ausblick. Der Weg zurück am Meer ist ziemlich lang, aber abwechslungsreich und voller nasser Füße, nasser Hosen, Sand auf der Haut, Muscheln im Wasser, Muster im nassen Sand. Am Abend sind wir alle fußlahm und wunderbar erschöpft.

Ab in die Nordsee…

Schwimmen geht nur bei auflaufender Flut, das ist ja klar. Auf Baltrum gibt es für diese wenigen Stunden einen genauen Plan und einen abgetrennten, überwachten Strandabschnitt. Und dann muss man sich auch noch hineintrauen ins Nordseewasser, denn wenn nicht gerade ein besonders heißer, langer Sommer herrscht, braucht es doch eine gewisse Überwindung. Wir überwinden uns, jedes Mal, und werden immer belohnt. Mit kreischend hohen Wellen und dieser halb euphorischen, halb kältezittrigen Stimmung hinterher.

Und diese leckeren Fischbrötchen… 

Seit unserem ersten Baltrum-Urlaub haben wir diese Tradition: Abends im Ostdorf Fischbrötchen bei Feldmanns Fischecke kaufen, ordentlich Remoulade drauf und ab zum Meer. Dort sitzen wir dann, schauen aufs Wasser und genießen. 

Sehnsuchtsort Café Kluntje…

Den besten Kuchen gibt es im Café Kluntje im Ostdorf. Und die besten Waffeln, finden die Kinder. Den besten Tee, finde ich. Der wird im Porzellankännchen serviert, dazu gibt es (natürlich) Kluntjes (Kandiszucker) und Sahne. Das schönste aber: Im Café Kluntje fühlen wir uns wie bei einer lieben Großtante auf dem Sofa. Wir sitzen am runden Teetisch, schauen aus den kleinen Fensterchen nach draußen und haben Zeit. Wie schön.

Kindermagnet Sindbad

Groß ist es nicht, aber das macht nichts. Fast täglich besuchen wir das Nordseeheilbad Sindbad. Alle drei Kinder haben im Meerwasser des Sindbads bei Schwimmlehrer Armin ihr bronzenes Schwimmabzeichen gemacht. Für die größeren Kinder gibt es mittlerweile andere Angebote: Meerjungfrauen-Schwimmen mit schicken, bunten Fischschwänzen und Ninja-Tauchen mit Unterwassermasken, die später auch im Schwimmbad zu Hause oft zum Einsatz kommen.

Dreckige Füße bei der Wattwanderung…

Die Füße stecken im Modder. Wind pfeift um unsere Nasen. Barfuß waten wir hinter unserem Führer Thorsten durchs Watt. In seinem Eimer tummeln sich schon nach kurzer Zeit Krebse, Garnelen und eine Mini-Scholle. Die Kinderführung ist ein Vergnügen, jedes Mal wieder. Wir erfahren, was um uns lebt und krabbelt und wie fragil diese Meereswelt ist. Am Priel bekommen wir einen Kescher in die Hand gedrückt und schwenken ihn durchs knietiefe Wasser – ziemlich erfolglos, aber mit maximaler Begeisterung.

Balt-rum…

… und dann heißt es leider jedes Mal … der Urlaub ist Balt-rum. Haha, Kalauer. Mit Baltrum-Sehnsucht im Herzen reisen wir ab. Aber irgendwann kommen wir wieder.

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